Einsätze der FF Stemwede » 2016

Übung - PKW gegen Traktor

12.11.2016 10:12 in Haldem, Schmiedekamp
Eingesetzte Einheiten: Haldem, TLF Lemförde, LF16 Lemförde, MZF Lemförde

Einsatzverlauf:

Kollision von Traktor und Pkw erwies sich als Übung

Feuerwehren aus Haldem und Lemförde sowie DRK Stemwede-Rahden im Einsatz

 

Am Samstagmorgen ereignete sich auf dem Feldweg an der Begräbnisstätte der Schloss-Familie „Von der Horst“ in Haldem ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei eingeklemmten Personen. Im Kreuzungsbereich war es zu einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Traktor und einem VW Polo Coupe gekommen. Die Insassen mussten mit hydraulischem Rettungsgerät der Feuerwehr aus ihrem Fahrzeug befreit werden. Die genaue Anzahl der Verletzten war allerdings nicht bekannt. Die Kreisleitstelle in Minden alarmierte per Meldeempfänger um 10.19 Uhr die Rettungsschere der Löschgruppe Haldem. Gleichzeitig wurde auch über die Leitstelle in Diepholz die benachbarte Ortsfeuerwehr Lemförde angefordert, um eine zweite Rettungsschere einsetzen zu können. Seit vielen Jahren wird insbesondere bei Verkehrsunfällen länderübergreifend zusammengearbeitet, um gewährleisten zu können, dass genügend Einsatzkräfte vor Ort sind, die Gerätschaften sinnvoll eingesetzt und schnellere Hilfe geleistet werden kann. Es dauerte nur wenige Minuten bis die ersten Feuerwehrfahrzeuge mit ihren Einsatzkräften am Unfallort eintrafen. Den Feuerwehrleuten stellte sich folgende Lage dar: Beim Zusammenstoß zwischen dem Traktor und dem Pkw hatte sich die Frontladerkabel durch die Windschutzscheibe des Polo gebohrt. Im Fahrzeug waren die Fahrerin und ihr Beifahrer eingeklemmt und mussten medizinisch versorgt werden. Der Fahrer des Schleppers stand unter Schock. Dieses Szenario stellte sich den zahlreichen Einsatzkräften als eine perfekt organisierte Einsatzübung heraus, die von Andre und Torsten Fischer von der Löschgruppe Haldem ausgearbeitet und vorbereitet worden war. Als Beobachter nahm der Zugführer des 1. Zuges, Uwe Stubbe, teil. Um möglichst eine reale Einsatzsituation darzustellen, wurde auch die DRK-Bereitschaft aus Stemwede und Rahden mit zwei Krankenwagen unter Leitung von Uwe Altvater mitalarmiert. An der Unfallstelle in Haldem trafen nach und nach immer mehr Einsatzfahrzeuge ein. An beiden verunfallten Fahrzeugen wurde durch die Einsatzleiter der Feuerwehr sowie des DRK die Lage gesichtet, eine Absprache vorgenommen und die Aufgaben zur Befreiung und Versorgung der Verletzten verteilt. Die beiden Feuerwehren gingen anschließend mit ihren hydraulisch betriebenen Rettungssätzen bestehend aus Schneidgerät und Spreizer sowie Rettungszylinder vor, um die eingeklemmten Insassen aus den Fahrzeugen zu befreien. Zudem wurde die Einsatzstelle abgesichert. Die Sanitäter des DRK übernahmen die medizinische Versorgung und Betreuung der beiden eingeklemmten Personen. Die Rolle der zwei Verletzten hatten Ina Grönemeier, Auszubildende bei der Gemeinde Stemwede, sowie Dennis Bollhorst von der Jugendfeuerwehr Haldem-Arrenkamp übernommen. Sie wurden vor der Übung von Nicole und Kerstin Eberhard vom Jugendrotkreuz geschminkt und mit reichlich Blut versehen, sodass die rund 45 angerückten Kräfte von Feuerwehr und DRK von tatsächlichen Verletzungen ausgingen. Der Traktor wurde von Thorsten Geldmeyer aus Haldem zur Verfügung gestellt.

Auch wenn es sich nur um eine Übung handelte, zeigte sich beim gesamten Einsatz, wie routiniert die freiwilligen Helfer mit ihren Aufgaben umgingen. Zuerst wurde die Fahrertür geöffnet, um einen Zugang zu den Verletzten zu erhalten. Mit großer Vorsicht wurde anschließend die Frontladerkabel aus dem Pkw entfernt. Erst dann konnte auch die Beifahrertür entfernt und eine zusätzliche Öffnung über das Dach geschaffen werden, um den Beifahrer mit einem KED-Rettungskorsett zu immobilisieren und aus dem Pkw zu befreien.

Am Ende der Übung traf man sich noch zur Besprechung im Feuerwehrgerätehaus in Haldem, wo auch Getränke und Bratwürstchen angeboten wurden. Uwe Stubbe und Andre Fischer dankten allen Beteiligten, dass diese Übung stattfinden konnte und so gut verlaufen war. Mit der gemeinsamen Übung sollte das Zusammenspiel aller bei einem schweren Verkehrsunfall beteiligten Hilfsorganisatoren geprobt werden. Eine permanente Ausbildung und praktische Übungen sind bei der Feuerwehr von besonderer Bedeutung, um sich den technischen Anforderungen zu stellen und im Ernstfall schnell und patientengerecht Hilfe leisten zu können. Die Übungen tragen zudem dazu bei, die Absprache unter den beteiligten Einsatzkräften zu verbessern und anfallende Fehler zu beheben.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass auch in Zukunft solche Einsatzübungen wieder stattfinden sollen, um die Zusammenarbeit zu vertiefen.

 

Bericht und Fotos: Torsten Fischer

Bilder:

Bild 1 Bild 2 Bild 3 Bild 4 Bild 5 Bild 6 Bild 7 Bild 8 Bild 9 Bild 10 Bild 11 Bild 12 Bild 13 Bild 14 Bild 15 Bild 16 Bild 17 Bild 18 Bild 19 Bild 20 Bild 21 Bild 22